Stadttauben sind im Alltag vielen Bedrohungen ausgesetzt, viele davon unsichtbar. Ein Überblick, worauf du achten kannst und wie du hilfst.
Wanderfalke · Habicht · Sperber · Krähen · Katzen · Marder
Tauben leben in ständiger Alarmbereitschaft. Chronischer Stress schwächt ihr Immunsystem und macht sie anfälliger für Krankheiten. In der Stadt wächst der Druck: Greifvögel haben kaum natürliche Feinde, ihre Population steigt. Für Tauben ohne sicheren Schlafplatz gibt es kaum eine Chance.
Fütterungsverbote ohne Alternative
Tauben essen Brot, Pommes, Müll. Was bleibt ihnen sonst? Die Folgen sind Durchfall, Mangelernährung und ein geschwächtes Immunsystem. Kokzidien und Hefepilze kommen bei vielen Tauben vor, ohne sie zu beeinträchtigen. Erst Mangelernährung und Stress machen diese Erreger zur echten Bedrohung. Für gesunde Menschen stellen Tauben kein relevantes Krankheitsrisiko dar.
Mehr zur richtigen Ernährung →Spikes · Klebepaste · schlecht angebrachte Netze
Tauben werden systematisch aus der Stadt verdrängt. Klebepaste bedeutet oft einen qualvollen Tod: Federn, Beine und Flügel bleiben kleben (illegal). Netze werden zur Falle, aus der es kein Entkommen gibt. Diese Methoden lösen kein einziges Problem, sie verlagern es nur und fügen unnötiges Leid hinzu.
Was stattdessen hilft. →Kein Schutz vor Hitze, kein Schutz vor Frost
Tauben sind dem Wetter schutzlos ausgeliefert. Im Sommer fehlt sauberes Trinkwasser, im Winter ist die Nahrungssuche fast unmöglich. Nischen und Dachvorsprünge sind durch Abwehrmechanismen versperrt, es bleibt kein Ort zum Erholen.
So hilfst du: Stell sauberes Wasser raus, damit sie etwas zu trinken haben.
Oft ohne böse Absicht, und trotzdem verletzend
Tauben werden täglich aufgescheucht: von Kindern, Erwachsenen, Fahrrädern. Jede erzwungene Flucht kostet Kraft und Energie, die sie zum Überleben brauchen. Besonders kranke oder verletzte Tauben können nicht wegfliegen und sind schutzlos.
So hilfst du: Ein bisschen Rücksicht kann Leben retten.
Haare · Schnüre · Angelleinen · Luftballonfäden
Sie wickeln sich um Beine und Zehen, schneiden die Durchblutung ab, und Zehen sterben ab. Manchmal sammeln Tauben solche Materialien sogar als Nistmaterial und fesseln damit sich selbst oder ihre Küken. Das alles passiert still und unsichtbar, mitten unter uns.
So hilfst du: Wer solche Dinge vom Boden aufhebt, kann Leben retten.
Verschnürte Taube gefunden? →Autos · Fahrräder · Glasscheiben
Tauben navigieren täglich durch einen gefährlichen Parcours. Spiegelglas erkennen sie nicht als Hindernis, der Aufprall ist oft sofort tödlich oder führt zu schweren inneren Verletzungen. Aufgescheuchte Tauben reagieren panisch und unberechenbar, mitten im Straßenverkehr.
So hilfst du: Bitte fahrt langsam an Tauben vorbei. Nach einer Kollision das Tier einsammeln und in eine vogelkundige tierärztliche Praxis bringen.
Giftköder · Pestizide · Rattengift · verseuchtes Wasser
Tauben werden auf viele Arten vergiftet, oft ohne dass es jemand bemerkt. Manche werden absichtlich vergiftet. In Deutschland ist das illegal, es passiert trotzdem. Zittern, Lähmung und Orientierungslosigkeit sind Zeichen einer Vergiftung.
So hilfst du: Wer eine solche Taube sieht, sollte sofort handeln und sie in eine vogelkundige tierärztliche Praxis bringen.
Du musst nicht alles allein lösen. Poste deinen Fund in der Facebook-Notfallgruppe „Tauben-Notfallmeldung – Das Original". Dort sind viele Helfende aktiv und reagieren schnell.